Re:please...
von Besux am 16.11.15 um 20:26
Antwort auf: Re:please... von Lupo

>>>>>>Die VDS finde ich grundsätzlich (im Sinne von uneingeschränkt) ziemlich daneben. Was von den Kritikern hier allerdings gerne als Argument genommen wird, nämlich, daß man damit kaum Straftaten verhindern kann, ist ein Scheinargument. (Und die umgekehrte Argumentation von den Befürwortern.) Es geht meines Erachtens vielmehr darum, Straftaten - wie eben jene in Paris - schneller aufklären zu können.
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>>>>>Ja, das hilft den Opfern natürlich enorm weiter. Und vorallem den zukünftigen. Wenn ich also mal geköpft werde kann ich ruhigen Gewissens sterben mit dem Gedanken, dass alles aufgeklärt wird.
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>>>>Die Aufklärung ist natürlich schon wichtig. Stell dir vor, man wüsste derzeit nicht, wer der flüchtige achte Attentäter ist.
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>>>>Es ist immer eine Frage von Kosten und Nutzen. Die VDS bringt den Zahlen nach, die ich kenne, sehr wenig. Weder in der Prävention noch in der Aufklärung. Dafür ist sie aber ein Tool mit ziemlich heftigen Implikationen von Generalverdacht und Missbrauchsgefahr. Ergo bin ich dagegen.
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>>>Gegenmeinung: warum sollten die (Sicherheits)Behörden auf solche Daten verzichten? damit würde man sich freiwillig zum zahnlosen Tiger machen. ergo werden sie nicht darauf verzichten und ich kann es ihnen nicht verdenken. auch wenn ich jetzt nicht unbedingt ein Fan davon bin, ist mir schon klar warum man an die Daten, die eh vorhanden sind, herankommen will.
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>>Warum man als Polizist jeder Art auch Daten aller Art haben will, ist klar. Die Sicherheitsbehörden sind aber nicht der Gesetzgeber und von ihnen geht auch nicht alle Macht der Republik aus. Wie ich schon sagte: Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung und die verlieren die Überwachungsstaatler IMO in diesem Fall sehr klar.
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>Mal unabhängig von der VDS:
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>Beispiel (Quelle: STZ)
>Singapur ist ein Polizeistaat (oder sagen wir mal Überwachungsstaat)
>Richtig ist, dass auf Drogenschmuggel die Todesstrafe steht. Richtig ist auch, dass aufs Wegschnippen von Zigarettenkippen (nicht aufs Rauchen) und aufs Kaugummi-auf-die-Straße-Spucken (nicht aufs Kauen) deftige Geldstrafen stehen. Auffällig ist ansonsten, dass nichts auffällt: Der Singapur-Tourist sieht weit weniger Polizei als in Berlin, London oder gar New York. "Brauchen wir nicht, hier benimmt sich keiner daneben", so ein Einheimischer. Man erfreut sich am blitzblanken öffentlichen Raum, dem stets sicheren Gefühl sowie der effizienten, warteschlangenfreien Ein- und Ausreise. Ja, davon darf Deutschland durchaus lernen.

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>Ich war vor einiger Zeit einmal da drüben und man wusset, dass man überwacht wurde. Die Aussage, dass man die Überwachung nicht braucht und diese nicht existiert ist aus meiner Sicht schlicht und ergreifend falsch. Die Überwachung bleibt aus meiner Sicht jedoch zu 100% im Hintergrund. Ich bin gegen die Todesstrafe für Drogenschmuggler aber beführworte die krassen Geldstrafen für das Wegschnippen von Zigarettenkippen.
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>Ich persönlich denke einfach, dass man dadurch in Singapore fast keine Chance hätte solche krassen Anschläge wie in Paris durchzuführen weil eben überall Präsenz vorhanden ist.
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>Man konnte aber trotzdem in Singapore im Studenteviertel im Banana-Leaf-Restaurante auf der Straße hocken ohne einen Polizisten zu sehen, konnte Spaß haben, ein Bierchen trinken, aber man wusste einfach das mindesten 4-5 Beamte in Rufreichweite waren und irgendeine Straßenkamera jegliche Bewegung registrierte. Wenn der Nutzen da ist das brutale unmenschliche Verhalten von Terroristen zu verhindern aber auch das unverschämte Verhalten vieler Menschen (z.B. Wegschnippen von Zigarettenkippen) wären mir diese Maßnahmen und Einschränkung kein Dorn im Auge. Ich persönlich mag keine Polizisten mit Gewehr vor dem Restaurant in dem ich sitze, wie z.B. in Mexiko, aber wenn 4-5 Beamte in Zivil in der Nähe rumhocken wäre es für mich kein Beinbruch.
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>Natürlich ist schwer zu sagen ob diese Überwachung etwas gebracht hätte, aber möglicherweise hätte es ein paar Menschen das Leben gerettet wenn blitzschnell ein paar ausgebildete Beamten vor Ort gewesen wären.

Und sicherlich würde es so manche politische Unmutsbekundung auch sehr schnell beenden. No thanx.

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